«Was soll die Förderung von Autoverkehr mit ‹liberal› zu tun haben?» Tagi Online

Nov 3, 2011 Kommentare deaktiviert für «Was soll die Förderung von Autoverkehr mit ‹liberal› zu tun haben?» Tagi Online gian

Bürgerliche kritisieren die Grünliberalen im Gemeinderat massiv für ihr Ja zu mehr Langsam- und weniger Autoverkehr rund um Bahnhöfe. GLP-Fraktionschef Gian von Planta spricht von einer «Trotzreaktion».

Gian von Planta, GLP-Fraktionschef im Zürcher Gemeinderat. (Bild: Sabina Bobst)Gian von Planta

Nachdem das Zürcher Stadtparlament gestern einer Motion zustimmte, welche auf Kosten der Autos mehr Platz für Fussgänger und Velos rund um städtische Bahnhöfe fordert, schiessen rechtsbürgerliche Gemeineräte scharf gegen die GLP. Sie werfen den Grünliberalen vor, mit ihrem Ja nur grün, aber nicht liberal entschieden zu haben.

Die Kritik weist GLP-Fraktionschef Gian von Planta entschieden zurück: «Mir ist absolut unklar, was die Förderung von Autoverkehr mit ‹liberal› zu tun haben soll.» Mit dem Ja zur Städteinitiative habe das Volk dem Gemeinderat den klaren Auftrag erteilt, den ÖV und Langsamverkehr zu fördern. Und dass die GLP in der Verkehrspolitik eine grüne Politik verfolge, sei kein Geheimnis.

Der SVP passt das gar nicht. Gemeinderat Roland Scheck sprach von der «Endphase im Kampf gegen den Autoverkehr». Autofahrer würden als Menschen zweiter Klasse behandelt, das Gewerbe müsse durch die Parkplatzaufhebung Verluste einstecken. Von Planta betont, dass die Motion den historischen Parkplatzkompromiss nicht unterwandere. Die betroffenen Gebiete sein nicht im Kompromiss enthalten.

«Sture Blockade»

Für ihn ist die Kritik aus dem rechten Lager« eine automatische Trotzreaktion, die jedes mal folgt, wenn es um Parkplätze geht». Dabei handle es sich nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern um «sture Blockaden». Die GLP sei es sich gewohnt, bei Verkehrsthemen von den Bürgerlichen kritisiert zu werden. «Dafür werden wir bei Budgetfragen dann von Links kritisiert», so von Planta.

Potenzial um mehr Platz um den HB zu schaffen, sieht der Faktionschef beispielsweise in der Lintheschergasse, die parallel zur Bahnhofstrasse verläuft. «Diese könnte man zur Fussgängerzone machen und die Parkplätze an die Löwenstrasse verlegen.» Dafür müsse dort dann eine Fahrspur aufgehoben werden.

Prüfenswert hält er zudem die Idee, den Tunnel unter dem HB nicht nur für den Velo- sondern auch für den Autoverkehr auszubauen. «Damit könnte man Spuren am Bahnhofquai aufheben.» Auch beim Bahnhof Enge hält von Planta eine andere Verkehrsführung für denkbar. «Man könnte die Autos weiträumig um den Bahnhof führen oder auf der anderen Seite der Gleise über die Strasse, welche derzeit zwei Reihen Parkfelder hat.» Dafür könnte man eine Reihe auflösen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.11.2011, 13:57 Uhr