Der GLP-Politiker Gian von Planta erreichte als Zürcher Gemeinderat nationale Bekanntheit als Stadion-Verhinderer. Im Herbst ist er nach Baden gezogen. Jetzt will er das politische Parkett wieder betreten – als Aargauer Nationalrat.

Herr Planta, als Sie und Ihre Familie im Oktober nach Baden gezogen sind, sagten Sie in der «Schweiz am Sonntag» eine Nationalratskandidatur habe noch Zeit und Sie müssten zuerst die Politiker hier kennenlernen. Warum nun doch die Eile?

Gian von Planta: Ich habe schnell gemerkt, dass ich lieber mitgestalte, als nur zuschaue. Mir fehlen die politischen Diskussionen und die Möglichkeit, direkt etwas zu verbessern. Deshalb will ich mich wieder in die Politik einklinken.

Im Kanton Zürich standen Sie auf der ersten Ersatzposition für den Nationalratssitz. Im Aargau sind Sie ein unbeschriebenes Blatt. Rechnen Sie überhaupt mit einer Chance, auf den GLP-Nationalratssitz?

Einen gewählten Nationalrat zu überholen ist nahezu unmöglich. Dasselbe gilt auch für profilierte lokale Politiker und steht auch nicht im Fokus meiner Kandidatur.

Warum dann die vergebene Liebesmühe?

Ich möchte meine Erfahrungen einbringen und helfen, dass die GLP einen zweiten Sitz gewinnen kann. Zudem ist es eine Vorbereitung für die übernächsten Nationalratswahlen. Bis dahin habe ich hoffentlich lokalpolitisch schon einiges erreicht und mir eine Bekanntheit erarbeitet, mit der es dann klappen könnte.

Klingt nach einem Comeback auf kommunaler Ebene. Liebäugeln Sie mit einem Sitz im Einwohnerrat Baden?

Die lokale Verankerung ist sehr wichtig – nicht nur im politischen Sinne. Ich bin auf jeden Fall motiviert, mich lokal zu engagieren und vielleicht 2017 für den Badener Einwohnerrat zu kandidieren. Ich möchte aber noch andere Erfahrungen sammeln. Denn Kommunalpolitik kenne ich bereits vom Zürcher Stadtparlament.

Das heisst konkret?

Der Grosse Rat reizt mich politisch ebenfalls. Denn die gesetzgeberische Politik auf kantonaler Ebene würde mich sehr interessieren.

Wofür würden Sie sich stark machen in der Region Baden?

Etwas, das auf meiner Prioritätenliste ganz oben stehen würde, ist das Projekt Limmattalbahn. Denn in Zürich habe ich gesehen, wie sehr sich eine Tram- oder S-Bahnverbindung positiv auf die Wirtschafts- und Wohnsituation in einem Gebiet auswirken kann.

18 Bundesparlamentarier haben beim Presserat Beschwerde gegen die «Schweiz am Sonntag» eingereicht wegen der Berichterstattung über die Nacktselfie-Affäre von Geri Müller. Hätten Sie als Nationalrat die Beschwerde ebenfalls unterzeichnet?

Sagen wir so: Ich finde es gut, dass man die Angelegenheit vor dem Presserat klärt. Auch die Medienschaffenden sollten ein Interesse haben, dass endlich Klarheit über Grenzen und Pflichten medialer Berichterstattung herrscht. Eine Unterschrift sollte aber nicht als Parteinahme für oder gegen Geri Müller interpretiert werden.