Planta zählt neuerdings wieder zu den Pendlern. Morgens von Baden nach Zürich, abends zurück. Zu sehr daran gewöhnen darf er sich nicht. Denn im Januar tritt er in Lenzburg eine neue Stelle an. Das ist allerdings nicht der Grund, weshalb er mit seiner Frau ein Haus in Baden gekauft hat. «Für unsere Kinder wünschten wir uns mehr Platz und in Zürich fanden wir weder eine grössere Wohnung noch ein geeignetes Haus.» Viel zu hoch seien die Preise, die Häuser oft in schlechtem Zustand. Jetzt wohnen Plantas in der Nähe der Schwiegereltern.

«Meine Frau ist Badenerin.» Geheiratet haben er und Sabina im Tagssatzungssaal im Stadthaus. Überhaupt verbindet den Zürcher mehr mit Baden, als man denkt. Von 2001 bis 2011 arbeitete er bei der Alstom. «Durch meine frühere Arbeit und die Familie meiner Frau kenne ich die Stadt bereits und habe gute Freunde hier.» Auch auf dem politischen Parkett steht er nicht alleine da: Einwohnerrat Jonas Fricker vom Team Baden ist der Cousin seiner Frau. Die grüne Grossrätin Kathrin Fricker ist mit ihm verschwägert.

Offiziell angemeldet sind er und seine Familie noch nicht in der Stadt, doch das steht ganz oben auf seiner To-do-Liste. Dort stehen auch Gespräche mit seinen Parteikollegen von der GLP. Planta will sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Doch spricht man den 40-jährigen Grünliberalen auf die Politik in Baden an, spürt man, dass es ihn unter den Fingern juckt. «Zuerst hatte ich mir vorgenommen, eine Pause zu machen, doch ich habe in Zürich so intensiv Politik betrieben, dass es jetzt gar nicht so einfach ist, nur zuzuschauen.»

Planta gründete 2005 mit seinen Parteikollegen die GLP der Stadt Zürich. 2010 wählten ihn die Bürger in den Gemeinderat. Dort leitete er als Präsident die grünliberale Fraktion. «Mir waren der öffentliche Verkehr, eine ökologische Energiepolitik und ausgeglichene Finanzen die wichtigsten Anliegen», sagt er. Als vor rund zwei Jahren Finanzvorsteher Martin Vollenwyder (FDP) zurücktrat, galt er als Favorit der Grünliberalen für das Amt des Stadtrats. Er verzichtete aus familiären Gründen. Im vergangenen Jahr sorgte er für Schlagzeilen: Der ehemalige GC-Junior stemmte sich gegen die öffentliche Finanzierung des neuen Hardturmstadions. Stand er am Anfang als Gegner des Abstimmungskredits über 216 Millionen Franken allein auf weiter Flur, gab ihm das Volk am Ende mit knappen 50,8 Prozent Recht.

Nun muss Planta nicht nur auf städtischer Ebene bei null anfangen. Im Kanton Zürich hätte er 2011 beinahe den Sprung in den Nationalrat geschafft. Rund 48’100 Stimmen hätte er gebraucht. 2000 fehlten. Jetzt steht er auf der ersten Ersatzposition, doch mit seinem Umzug erlischt diese. «Ich kann mir aber gut vorstellen, im Aargau erneut für einen Nationalratssitz zu kandidieren.» Das habe aber Zeit, sagt er. «Ich will zuerst die Politiker hier besser kennenlernen. Ich kann mir vorstellen, dass es einige Unterschiede zu Zürich gibt.»

Auch in seinem neuen Zuhause wolle er erst mal richtig ankommen und die Stadt noch besser kennenlernen. Planta fällt wieder in den Polit-Modus; die Stichworte Bäderquartier und Schulhausplatz fallen, die Dossiers interessieren ihn. Nur über Geri Müller mag er nicht sprechen. Er habe die Diskussionen zwar mitverfolgt, «bei der ganzen Geschichte interessierte mich aber vor allem, wo die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Interesse gezogen werden, wie sie sich verschieben und wie die Medien damit umgehen».

Die Kaffeetassen sind längst leer. Vorerst verabschiedet sich Planta und macht sich auf ins Gewusel der Stadt.